Alles im Fluss–Vortrag bei Bonn-to-Code

September 27th, 2012

Am vergangenen Dienstag habe ich mal wieder die Gelegenheit genutzt, der Bonner .NET Usergroup einen Besuch abzustatten. Der Titel meines Vortrags, Alles im Fluss, ist durchaus zweideutig gemeint. Einerseits will ich damit auf die Veränderungen hindeuten, die sich in der Usergroup und drumherum ergeben haben. Beim Gründungstreffen hatte ich kurze Haare, zwischenzeitlich lange, nun wieder kurz. Äußerliche Veränderungen? Wohl nicht ausschließlich… Mein Umgang mit Vortragsfolien, überhaupt die Herangehensweise an Vorträge hat sich verändert. Die Art und Weise, wie ich mit Ralf Westphal Seminare halte, verändert sich ständig. Ralf und ich haben die Clean Code Developer Initiative ins Leben gerufen und weiterentwickelt. Ein großes Thema, das uns nun schon lange begleitet. Wir arbeiten an unserer Vorstellung von einem guten Softwareentwicklungsprozess, entwickeln die Komponentenorientierung weiter, wir arbeiten am Thema Entwurf. Und da ist dann der andere Aspekt des Vortragstitels: wir entwerfen in Flüssen. Wir sehen den Entwicklungsprozess als Fluss. Und wir sehen uns selbst im Fluss. Ohne ständige Reflexion keine Weiterentwicklung.

Der Vortrag dreht sich dann letztlich um die Frage, wie ein Softwareentwicklungsprozess aussehen kann, an dessen Anfang die Anforderungen stehen und bei dem als Ergebnis lauffähige Software gemäß dem Wertesystem der Clean Code Developer entstanden ist. Anhand eines konkreten Beispiels, einer Twitter Anwendung zum Absetzen von Tweets zu einem vorgegebenen Termin, habe ich die wesentlichen Aspekte des Entwicklungsprozesses angerissen. Natürlich kann in einem 90 Minuten dauernden Vortrag nicht der Inhalt von 5 Tagen Seminar vermittelt werden. Das war natürlich auch gar nicht mein Ziel, sondern es ging mir darum darzulegen, wie unsere Vorstellung eines Prozesses aussieht, wie wir entwerfen. Zum Ende des Vortrags habe ich noch kurz in Form von Quellcodeausschnitten erläutert, wie die Flow Runtime NPantaRhei eingesetzt wird.

Wer mehr zum Thema Entwicklungsprozess, Entwurf, Komponentenorientierung und agiler Architektur erfahren möchte, kann hier unsere Seminar finden.

Alles in allem ein schöner Abend! Danke an Roland Weigelt, der sich seit Jahren den A*** seit Jahren mit vollem Einsatz um die Usergroup kümmert. Kein einfacher Job, immer wieder Vorträge zu organisieren. Danke Roland! Und ich unterstütze seinen ständigen Aufruf: Leute beteiligt euch mit Vorträgen! Community lebt von Nehmen UND Geben.

Die Folien zum Vortrag gibt’s hier.

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Fehler machen

September 26th, 2011

In der dotnetpro erscheint jeden Monat eine Aufgabe sowie eine Lösung zur Aufgabe des Vormonats. Diese “dotnetpro dojos” dienen Entwicklern dazu, sich zu entwickeln Winking smile Die Idee dahinter: jeden Monat beschäftige ich mich als Entwickler ein paar Stunden mit der Lösung der gestellten Aufgabe. Dabei lasse ich bewusst Fehler zu, weil nur so Lernen möglich ist. Als Feedback zu meiner eigenen Lösung kann ich im nächsten Heft eine “Musterlösung” verwenden.

Nun habe ich allerdings einen Fehler gemacht. Die Lösung zum MessageBus funktionierte nämlich nicht mit mehr als einem Message Type. Darauf aufmerksam gemacht hat mich Christof Konstantinopoulos. Vielen Dank an ihn!

Das Problem lag in der Verwendung eines “normalen” Join Bausteins. Der Join Baustein aus dem ebclang Projekt sammelt die Eingaben auf seinen Inputpins und feuert erst dann, wenn beide Eingaben anliegen. Bis dahin ist alles in Ordnung. Registriert man nun aber zwei unterschiedliche Typen am Bus, muss der Join natürlich bei jeder eintreffenden Nachricht beide Inputs abwarten. Das erledigt der AutoResetJoin. Mit einem Unit Test habe ich das Problem erst reproduziert und anschließend behoben.

Was habe ich daraus gelernt?

Möglicherweise bin ich mit den Anforderungen etwas zu lax umgegangen. Eigentlich hätte ich darauf kommen müssen, dass der Bus nur dann wirklich nützlich ist, wenn sich die Typen der Nachrichten unterscheiden. In Zukunft werde ich also genauer hinsehen und prüfen, ob ich ausreichend Tests zu den Anforderungen geschrieben habe.

Gut gelaufen ist allerdings die Fehlerbehebung. Weil der MessageBus als Flow implementiert ist, konnte ich das Modell aus dem Code heraus visualisieren und schnell sehen, wo das Problem liegt. Ferner war das Ersetzen des Join durch einen AutoResetJoin ebenfalls keine große Sache. Ich vermute ganz stark, dass die erforderlichen Änderungen bei einer Implementation ohne Flow umfangreicher ausgefallen wären.

Regelmäßig üben!

Die dotnetpro hat 15 der Übungen mitsamt der Lösungen in einem Sonderheft herausgebracht. Das Heft kann bei Lulu per Print-on-Demand oder als PDF bezogen werden.

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Kann ich mir nicht vorstellen…

September 14th, 2011

Wer hat das nicht schon erlebt: man berichtet jemandem von einer tollen neuen Idee. Die Reaktion des Gegenübers:

Ich kann mir nicht vorstellen, dass das klappt.

Deutschland, Land der Bedenkenträger? Vielleicht. Im privaten wie im beruflichen Umfeld erlebe ich häufig, dass nach der Schilderung einer Idee tendenziell eher nach einem "Nein" gesucht wird, statt nach einem "Ja". Oft wird die Idee erst gar nicht in ihren verschiedenen Facetten beleuchtet, diskutiert und weitergesponnen. Stattdessen überwiegen die Situationen, in denen als erstes nach "Haaren in der Suppe" gesucht wird.

Nun will ich mich gar nicht damit aufhalten, warum das so ist. Stattdessen möchte ich konstruktiv berichten, dass ich eine Technik gefunden habe, die vermutlich in vielen Situationen sehr hilfreich sein kann. Ich habe nämlich im Urlaub das Buch Six Thinking Hats von Edward de Bono gelesen. Seine These: solange wir versuchen, verschiedene Aspekte in unserem Denken gleichzeitig vorzunehmen, werden wir uns verheddern, wenig kreativ sein und nicht voran kommen. Im Ergebnis vergeben wir so die Chance, gute Ideen weiter zu entwickeln.

Um das Durcheinander im Denken und Diskutieren zu vermeiden, schlägt de Bono sechs verschiedene Bereiche vor, die unabhängig voneinander bedacht und besprochen werden sollen. Jedem dieser Bereiche hat er eine Farbe zugeordnet, die zum Ausdruck bringt, um welchen Aspekt es inhaltlich geht. Um es griffiger zu machen, spricht er von farbigen Hüten, die man sich gedanklich aufsetzt.

  • Weißer Hut: Fakten und Zahlen
    In diesem Bereich geht es darum, Fakten zusammen zu tragen und zu besprechen. Jegliche Wertung bleibt außen vor. Nur belegbare, beobachtbare Fakten sind relevant.

  • Roter Hut: Emotionen und Gefühle
    Wenn man den roten Hut auf hat, geht es um Emotionen und Gefühle. Was löst eine Idee in mir aus? Wie fühle ich mich damit?

  • Schwarzer Hut: Umsicht und Vorsicht
    Was könnte die Idee für Folgen haben? Welche negativen Auswirkungen könnte es geben? In diesem Bereich geht es gezielt darum, mögliche Bedenken und Risiken auszuloten.

  • Gelber Hut: Spekulativ und Positiv
    Hier geht es um die Chancen einer Idee. Wenn alles zum besten verlaufen wird, welche Chancen entstehen dann aus der Idee?

  • Grüner Hut: Kreatives Denken
    Eine Idee profitiert meist davon, sie weiter zu denken. Völlig frei von Emotionen, negativen oder positiven Auswirkungen und Folgen, geht es beim grünen Hut nur um kreatives Denken.

  • Blauer Hut: der Prozess
    Im Bereich des blauen Huts geht es um die Metaebene. Hier wird über das Denken nachgedacht. Was könnte jetzt im Prozess helfen? Bleibt eine Gruppe fokussiert innerhalb eines Bereiches oder wird zu oft hin und her gesprungen? Alles das sind Themen, die unter dem blauen Hut bedacht und besprochen werden. Reflexion!

Durch die klare Trennung in sechs verschiedene Bereiche wird das Denken und die Diskussion fokussierter. Gleichzeitig wird jedem Aspekt ein gesonderter Platz eingeräumt, weil die einzelnen Bereiche nacheinander besprochen werden statt gleichzeitig. Über mögliche negative Folgen nachzudenken ist ja nicht unwichtig. Nur sollte man eben vermeiden, sofort als erstes über negative Konsequenzen nachzudenken. Oder wenn es denn als erstes sein muss, bitteschön. Aber durch die Trennung in sechs Bereiche haben die anderen Aspekte ebenfalls ihren Raum.

Gerade in einer Gruppe mag das sehr förderlich sein. Derjenige, der eine neue Idee einbringt weiß, dass es Raum geben wird, über die Fakten zu sprechen, ohne dabei Gefühle, negative Folgen, etc. gleich mit in den Topf zu werfen. Ebenso weiß der Bedenkenträger, dass genügend Raum für seine Ängste und Einwände vorhanden sein wird. Und dann kann er sich in den anderen Bereichen auch beteiligen, befreit von der Sorge, seine Sorgen würden keine Rolle spielen.

Ich finde die Idee von de Bono brilliant und bemühe mich bereits, in meinem eigenen Denken unterschiedliche Hüte aufzusetzen. Spannend wird es, das Konzept in einer Gruppe zu leben.

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Arbeiten in der DB Lounge Köln Hbf [diginomade]

September 12th, 2011

Heute habe ich in der DB Lounge im Hauptbahnhof Köln gearbeitet. Fazit: gar nicht so schlecht, wie ich anfangs dachte. Man muss nur erst mal die guten Plätze finden.

db-lounge

  • Gebühren
    Um die DB Lounge besuchen zu dürfen, muss man entweder ein 1. Klasse Ticket vorzeigen oder eine BahnCard mit bahn.comfort Status. Hat man weder das eine noch das andere, bleibt der Zugang verwehrt. Es sei denn, man findet jemanden, der einen mit rein nimmt. Eine Begleitperson darf nämlich mit kommen.

  • Erreichbarkeit
    In Köln ist die DB Lounge über Gleis 1 erreichbar. Der Hauptbahnhof selbst ist natürlich auch gut erreichbar.

  • Sitzgelegenheit
    Die Einzelsesselchen sind recht eng. Da bleibt nicht wirklich Armfreiheit zum Tippen. Besser sind die 2-er Sofas. Von denen gibt es aber nur wenige.
    Was ich erst nicht gesehen hatte: hinten durch in Richtung der Toiletten gibt es auch vier Arbeitsplätze mit ordentlichen Stühlen, kleinem Tisch und je zwei Steckdosen. Na also – geht doch ;-)

  • Ruhe
    Heute war es recht voll und dadurch auch ziemlich unruhig. Normalerweise kann ich das jedoch gut ausblenden. Es sei denn, in unmittelbarer Nähe unterhalten sich Leute ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen über Firmeninterna. Hinten durch ist es übrigens etwas ruhiger als vorne.

  • Aussicht
    Die Aussicht in der DB Lounge ist mäßig. Früher gab es ein paar Fensterplätze. Am Fenster ist aber jetzt der 1. Klasse Bereich der Lounge. Ja so ist es, in der DB Lounge gibt es jetzt einen 1. Klasse Bereich. Auf den anderen Plätzen ist die Aussicht… langweilig. Lediglich hinten durch in Richtung Toiletten ist noch der Blick auf Gleis 1 möglich. Ist aber auch eher langweilig.

  • Luftqualität
    Die Luftqualität geht einigermaßen. Natürlich ist es Klimaanlagenluft, die halte ich nicht lange aus.

  • Strom
    Die Lounge ist gerade saniert worden. Schade, dass man da nicht an jeden Platz einen Stromanschluss gelegt hat. An der Trennwand, an der die einzelnen Stühle mit dem Rücken zur Wand stehen, gibt’s ein paar Steckdosen. Und an den Säulen ebenfalls. Und natürlich hinten an den vier Arbeitsplätzen.

  • WiFi
    Hier am Bahnhof gibt’s diverse Netze. Telekom und vodafone sind dabei. Im Starbucks gibt es 2 Stunden lang ein kostenloses Netz. Da die DB Lounge nah genug am Starbucks liegt, kann man das auch hier empfangen.

  • Toiletten
    Kostenlose Toiletten sind in der DB Lounge natürlich Standard.

  • Kaffee
    Der Kaffee ist in der DB Lounge kostenlos. Ferner kalte Getränke.

Alles in allem kann man hier gut arbeiten. Die Aussicht ist mäßig, dafür sind die Getränke kostenlos.

Ein Ausblick auf einen der nächsten Tage: gegenüber vom Dom im Hyatt. Sieht doch vielversprechend aus, oder? Winking smile

hyatt

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Arbeiten am Kölner Flughafen [diginomade]

September 10th, 2011

Heute versuche ich mal, am Flughafen Köln/Bonn zu arbeiten. Die Idee mag komisch klingen, aber wieso nicht mal ein paar Locations außerhalb der eigenen vier Wände ausprobieren?

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Da das Wetter heute nicht wirklich doll ist, hatte ich schon befürchtet, ich müsse drinnen arbeiten. Das hätte mir heute nicht gefallen, da ich schon gestern den ganzen Tag drinnen war. Und zwar nicht zu Hause, wo Dank der Ökolüfter immer frische Luft ist, sondern anlässlich des Herbscampus im Campus 3 in Nürnberg. Fensterlose Räume, den ganzen Tag. Das bedeutet, schlechte Luft. Merke ich heute an den Nasenschleimhäuten. Folglich wird die Luftqualität bei meiner kleinen Forschungsreise in die Welt der alternativen Arbeitsplätze für Digitalnomaden eine Rolle spielen.

Bild2

  • Gebühren
    Der Zugang zur Besucherterrasse am Flughafen Köln/Bonn ist glücklicherweise kostenlos. Auch sonst ist ein großer Teil des Flughafens offen zugänglich, ohne dass man ein Flugticket vorweisen muss.

  • Erreichbarkeit
    Seit die Bahnstrecke zum Flughafen führt, ist der Flughafen sehr gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Von zu Hause brauche ich gute 30 Minuten. Auf dem Flughafen sind die Wege naturgemäß etwas länger, so braucht man von der Bahnhaltestelle zur Besucherterrasse noch mal ca. 10 Minuten.

  • Sitzgelegenheit
    Auf der Besucherterrasse gibt es ein paar Sitzplätze. Einige davon stehen sogar unter einem Vordach, so dass man dort auch bei leichtem Regen arbeiten kann. Wenn der Wind ungünstig steht, wird man aber wohl nass. Leider sind die Sitzbänke aus Stahl, so dass der Popo schnell kühl wird. Könnte mir denken, dass sich eine Sitzunterlage zu meinem Equipment gesellen wird ;-) Wäre auch bei feuchten Bänken hilfreich.
    Drinnen gibt es ein paar Sitzgelegenheiten im Ankunftsbereich. Dort ist es dann allerdings auch sehr unruhig. Wer das nicht mag, ist am Flughafen eher am falschen Platz.
    Cafés und Restaurants gibt es natürlich auch. Ist dann aber kein kostenloser Sitzplatz mehr. Und Vorsicht vor zu engen Sesseln. Da blieb mir nicht genug Armfreiheit um zügig auf der Tastatur tippen zu können.

  • Ruhe
    Ruhe gibt’s auf einem Flughafen natürlich nicht wirklich. Heute war auf der Besucherterrasse nicht viel los, daher gab es nur den Lärm der startenden Flieger. Bei schönem Wetter dürften dort aber einige Besucher rumlaufen.
    Die Flieger machen natürlich einen ganz schönen Radau. Wenn die Turbinen beim Start so richtig loslegen, kann ich mich allerdings einer gewissen Begeisterung nicht entziehen. Man hört förmlich, welche Kraft da hinter steht. Und das ist vielleicht die größte Herausforderung beim Arbeiten auf dem Flughafen: es löst bei mir heftiges Fernweh aus.

  • Aussicht
    Ab und zu mal ein startendes oder landendes Flugzeug und eine unverbaute Aussicht. Viel mehr gibt’s nicht zu sehen. Ist aber trotzdem nett. Nichts für jeden Tag, dann wird’s langweilig. Außerdem will ich hier ja arbeiten, da sollte die Aussicht auch nicht total ablenken ;-)

  • Luftqualität
    Draußen auf der Besucherterrasse gibt es Frischluft. Die ist allerdings mal mehr, mal weniger, mit Flugzeugabgasen angereichert. Insgesamt trotzdem gut.

  • Strom
    Auf der Besucherterrasse und im Ankunftsbereich gibt es keine Steckdosen. Solange ich nur unter OS X arbeite, ist das kein Problem. Dann hält der Akku nämlich bis zu 5 Stunden. Aber sobald die Windows VM ins Spiel kommt, reduziert sich die Laufzeit auf gut 2 Stunden. Heute morgen hat es alles in allem für insgesamt gut 3 Stunden Arbeiten gereicht.

  • WiFi
    Habe keinen freien WiFi Hotspot gefunden. Die Telekom hat HotSpots eingerichtet, die allerdings nicht kostenlos sind. Ich habe eh mein iPhone dabei und tethere das MacBook über WLAN.

  • Toiletten
    Öffentliche Toiletten gibt es hier reichlich. Und im Gegensatz zu den Bahnhöfen der DB AG sind die sogar kostenlos. Daran sollte sich die Bahn mal ein Vorbild nehmen.

  • Kaffee
    Kaffee kann man an diversen Stellen kaufen. Mit über 3€ ist der allerdings nicht ganz billig.

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Arbeiten in Köln #1

September 9th, 2011

Als Freiberufler stehe ich immer wieder vor der Frage, an welchem Platz ich am besten arbeite. Da ich, bis auf eine kurze Unterbrechung, immer Selbständig war, habe ich kein Problem damit, zu Hause im Home Office zu arbeiten. Jedenfalls dachte ich das bislang. Aber nun kommen mir doch Zweifel, ob das Home Office immer die beste Möglichkeit ist. Also starte ich einen Selbstversuch. Im Urlaub dachte ich nämlich an vielen schönen Plätzchen, hier könnte ich eigentlich öfter sein. Schließlich bin ich mit meinem "Büro" ja total mobil. Mein Rechner ist alles was ich brauche. Wieso also nicht am Bodensee sitzen, Rechner auf den Beinen und einen Artikel schreiben? Nun ja, meine Familie findet es nicht so witzig, wenn ich quasi immer in Urlaub bin. Bei drei schulpflichtigen Kindern ist "Abhauen" aus Köln mit einigen Konsequenzen verbunden. Also erst mal nur ein kleiner Schritt: Statt im Home Office werde ich in den nächsten Wochen immer mal wieder an anderen Orten in Köln arbeiten. Köln ist ja schließlich die schönste Stadt Deutschlands ;-)

Dabei werde ich zwischen kostenlosen Orten und solchen, für die ich Geld bezahlen muss, unterscheiden. Ob kostenlos oder nicht hängt natürlich ein wenig von den persönlichen Rahmenbedingungen ab. Ich habe eine bahn.comfort Karte, kann also in der DB Lounge kostenlos arbeiten und kriege dort sogar den Kaffee "für umme". Aber auf den LVR Turm komme auch ich nicht ohne dafür zu bezahlen.

Damit sind schon zwei Locations angedeutet. Beide werde ich ausprobieren und davon berichten. Natürlich werde ich darüber Schreiben, was beim Arbeiten außerhalb des Home Office beachtet werden muss. Dass Strom eine Herausforderung werden könnte, kann ich jetzt schon erkennen. Sicherlich gibt es aber auch noch andere Aspekte, die ich erst kennenlerne, wenn ich es ausprobiere. Leider steht ja jetzt die eher kältere Jahreszeit vor der Tür, da werde ich nicht immer draußen auf ‘ner Parkbank sitzen können. Der Versuch wird also spannend.

Bei den Locations, die nur für Geld zu kriegen sind, werde ich vielleicht auch mal einen CoWorking Space oder ein Office Center ausprobieren. Aber im Grund sind mir diese Angebote noch zu unflexibel und/oder zu teuer. Aber wer weiß, auch das muss ich erst ausprobieren.

Wer einen Tipp parat hat, kann sich gerne bei mir melden. Ich werde die Location dann ggf. ausprobieren und hier darüber berichten.

Im Zug

Heute starte ich mit Arbeiten im Zug. Na ja, ist nicht wirklich Arbeiten in Köln, macht aber nix. Und Arbeiten im Zug ist für mich auch überhaupt nix Neues, da ich ja ab und zu unterwegs bin. Macht aber auch nix. Hilft ja vielleicht trotzdem jemandem, ein paar Tipps zu geben.

  • Strom
    Beginnen wir beim Strom: die Situation wird besser mit jeder Rekonstruktion der Fahrzeuge. Am besten ist es im ICE 3. Da ist an jedem Doppelplatz eine Steckdose zwischen den Sitzen. Totale Pleite ist im Nahverkehr. Aber da sind die Fahrzeiten auch meist so kurz, dass der Akku hält. Eine geniale Lösung suche ich selbst noch. Außer 2. Akku einwechseln, sofern möglich, fällt mir nichts ein.

  • Internet
    Zugang zum Internet verschafft mir mein iPhone, das ja inzwischen auch ganz offiziell tethern kann. Ab und zu nutze ich auch einen MiFi Router, weil ich mir dann keine Sorgen um den Akku des Telefons machen muss.

  • Sitzplatz
    Inzwischen bevorzuge ich einen Platz ohne Tisch. Früher dachte ich, es sei bequemer, den Rechner auf den Tisch zu stellen. Und das "alte" MacBook Pro (von 2009) wurde auch so warm, dass ich es nicht auf den Beinen haben will. Mit dem MacBook Air ist das kein Thema mehr. Am normalen Sitzplatz im Fernverkehr hat man ja in der Regel auch einen aufklappbaren Tisch. Dadurch habe ich an diesen Plätzen mehr Möglichkeiten, die Position abzuwechseln. Am Platz mit Tisch kann ich den Rechner nicht auf die Beine nehmen. Dadurch sitze ich immer angestrengt nach vorne gebeugt.
    Eine Alternative zum Sitzplatz sind die Stehtische im Speisewagen. Da kann man leichter am Fenster rausschauen, weil das Fenster eher in Blickrichtung des Monitors ist.

  • Ruhe
    Manchmal stören mich die Geräusche im Zug. Am schlimmsten finde ich telefonierende Mitreisende. Kindergeplärr kann ich (meist) ab, solange es nicht meine eigenen sind ;-) Für den Fall, dass es mir zu laut wird, stecke ich mir In-Ear Kopfhörer in die Ohren (Sennheiser CX300II). Musik kommt dann entweder vom MacBook oder vom iPhone.
    Habe im Bose Laden auch mal Noise Cancellation Kopfhörer getestet. War nicht so davon begeistert. Wenn ich mal reich bin, kaufe ich mir vielleicht mal welche. Habe auch noch wirklich gute transportable Kopfhörer, die außen drauf sitzen. Die dämpfen aber die Umgebungsgeräusche nicht so, wie die In-Ears.

  • Kaffee, Wasser
    Kaffee gibt’s im Zug, zumindest im Fernverkehr. In der 1. Klasse auch am Platz, sofern die Zugbegleiter ihren Job machen. Ist nicht ganz billig, aber dafür nehme ich keine Thermoskanne mit. Im Speisewagen ist man näher am Kaffee. Dort wird es aber nicht so gerne gesehen, wenn man seinen Rechner aufklappt. Am besten geht das noch an den Stehtischen. Arbeiten im Stehen soll ja eh gesünder sein.
    Fährt man vom Kölner Hauptbahnhof los, gibt’s den günstigsten Kaffee direkt am Bahnsteig. 1,50€ für ‘nen großen Becher. Eine Trinkflasche mit 1L Wasser habe ich meist dabei.

  • Gepäck
    Wichtig für das Arbeiten unterwegs ist für mich, dass ich wenig Gepäck dabei habe und der Rechner leicht erreichbar ist. Am liebsten bin ich mit einem kleinen Rucksack unterwegs (Deuter speedlite 20/530). Da habe ich beim "Schleppen" die Hände frei.

  • Rechner und andere Gadgets
    Damit der Rucksack nicht zu schwer wird, habe ich mir das MacBook Air 13" gekauft. Wiegt gerade mal 1,4kg. Das iPad lasse ich meist zu Hause, denn das wiegt stolze 700g. Bin ich länger unterwegs, nehme ich den Kindle mit, um was zum Lesen dabei zu haben.

  • Toilette
    Nicht unwichtig, wenn man mehrere Stunden arbeitet und dabei Kaffee trinkt ;-) Im Zug meist kein Problem.

Demnächst werde ich mal Arbeiten im Schlafwagen ausprobieren. Nicht die ganze Nacht, aber ein paar Stündchen am Abend. Ich werde berichten… Weiter geht’s aber in den nächsten Tagen erst mal innerhalb Kölns.

P.S. Habe ich was vergessen? Gibt es den ultimativen Tipp für’s Arbeiten im Zug? Einfach einen Kommentar schreiben.

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Schreiben in MarkDown

September 8th, 2011

Zum Schreiben habe ich bislang hauptsächlich Word für Artikel und den Live Writer für den Blog verwendet. Die diversen Ansätze, mal ein Buch zu schreiben, habe ich im DocBook Format und oXygene Author als Editor gestartet. Allen Lösungen ist gemein: sie sind zu kompliziert und bieten Leistung, die ich gar nicht brauche.

Kürzlich habe ich mich damit beschäftigt, ein eBook auf den Kindle zu bringen. Dabei bin ich über MarkDown gestolpert. MarkDown ist eine ganz simple Auszeichnungssprache. Einige Wikis verwenden MarkDown oder ähnlich einfache Formatierungen. Statt komplizierter Syntax werden ganz simple Auszeichnungen verwendet, um eine Überschrift zu markieren oder ein Wort in fett auszuzeichnen.

Beispiele

# Überschrift 1
## Überschrift 2

Ein Wort kann *kursiv* oder **fett** dargestellt werden.

Aufzählungen:

* Erstens
* Zweitens
* Drittens

Das geht auch nummeriert:

1. Erstens
1. Zweitens
1. Drittens

Überschrift 1

Überschrift 2

Ein Wort kann kursiv oder fett dargestellt werden.

Aufzählungen:

  • Erstens
  • Zweitens
  • Drittens

Das geht auch nummeriert:

  1. Erstens
  2. Zweitens
  3. Drittens

Wozu verwende ich MarkDown? Oder auch nicht?

  • Bloggen

    Aus MarkDown kann man alles mögliche generieren. Zur Zeit schreibe ich meine Blogposts in MarkDown in einer Testversion von MarkMyWords auf dem Mac unter OS X. Die Dateien speichere ich in der Dropbox. Dadurch kann ich sie auch auf dem iPad mit Elements bearbeiten.

    MarkMyWords teilt den Bildschirm vertikal in zwei Bereiche. Links tippt man seinen Text mit MarkDown Auszeichnungen, rechts erscheint eine Vorschau. Reicht mir für’s Bloggen erst mal aus. Wenn Abbildungen ins Spiel kommen, wird es natürlich erst mal etwas unhandlich. Denn der Live Writer lädt die Bilder beim Upload des Artikels einfach mit hoch. Diesen Komfort möchte ich nicht missen. Mal sehen, wie sich das mit MarkMyWords erreichen lässt. MarkMyWords hat eine Plugin Schnittstelle, damit müsste das gehen.

    Um einen Blogpost zu veröffentlichen, kopiere ich einfach die HTML Form des Textes in die Zwischenablage und von dort in die Source Ansicht des Live Writers. So kann man den Artikel auch dort weiter bearbeiten und könnte dann auch dort noch Bilder einfügen. Alternativ kann man den HTML Text auch direkt über die Adminoberfläche des Blogs im Browser einfügen.

  • eBooks

    Aus HTML lässt sich sehr leicht ein eBook erstellen. Tools wie Calibre sind in der Lage, die notwendige Konvertierung vorzunehmen. Ferner kann man damit zusätzliche Metadaten oder auch eine Titelseite ergänzen. Und das Inhaltsverzeichnis wird ebenfalls generiert (aus den HTML Header Auszeichnungen h1, h2, h3, etc.).

  • PDF

    Mit MarkMyWords kann man den Text auch direkt als PDF speichern. Es fehlt dann allerdings erst mal ein Inhaltsverzeichnis. Da bleibt also noch was zu tüfteln.

  • Artikel

    Artikel für diverse Fachzeitschriften schreibe ich zur Zeit in Word. Die Verlage liefern Formatvorlagen, um die Weiterverarbeitung zu vereinfachen. Inwiefern sich das mit MarkDown verträgt, will ich ebenfalls noch prüfen.

  • Folien

    Sicher kann man auch Folien für Vorträge schnell mit MarkDown erstellen. ABER das endet dann in den üblichen Spiegelstrichlisten und Textgräbern. Seitdem ich Presentation Zen von Garr Reynolds gelesen habe, gestalte ich meine Folien nur sehr sparsam mit Text, setze mehr auf Bilder und Abbildungen. Da führt wohl eher kein Weg an PowerPoint vorbei.

  • Ideen

    Man kann MarkDown sicherlich auch gut in Apps gebrauchen, um dort Hilfetexte oder ähnliches anzuzeigen. Schön wären beispielsweise Labels, die Teile des Textes fett und kursiv setzen. Bislang habe ich dazu, angeregt durch Roland Weigelt, RTF verwendet. Das ist allerdings deutlich komplizierter hinzuschreiben als MarkDown. Ein MarkDown Control für Silverlight/WPF/WP7 muss ich allerdings noch suchen.

Fazit

Mit MarkDown habe ich endlich einen Weg gefunden, unter OS X zu bloggen. Es gibt keinen gescheiten Blog Editor für OS X, der dem Live Writer das Wasser reichen könnte. Bislang nutze ich den Live Writer zwar immer noch im letzten Schritt, um den Text hochzuladen. Aber die Hauptarbeit, das Schreiben, findet unter OS X statt. Das schont den Akku. Alternativ schreibe ich ab und zu auch mal auf dem iPad.

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Sich vor der Arbeit drücken

September 7th, 2011

Morgens nach dem Aufstehen schreibe ich als erstes meine Morning Pages. Na ja, nicht ganz als erstes. Vorher koche ich noch Kaffee. Und zur Toilette gehe ich auch. Und ich schreibe die Morning Pages auch nicht im Bett. Zum einen fände meine Frau das nicht so lustig, wenn ich sie morgens wecke, obschon sie noch nicht aufstehen muss. Zum anderen schreibt es sich am Tisch doch besser.

Nach den Morning Pages beginnt der Tag meist mit dem Frühstück mit der Familie. Gegen 7:30 sind die Kinder dann aus dem Haus. Dann kann ich endlich arbeiten. Doch was tue ich? Mails lesen. Meist ist allerdings eh nichts wichtiges in der Inbox. Doch das Programm ist ja noch offen, also kann man auch schnell mal reinschauen. Könnte ja sein, dass ein Kunde einen riesigen Auftrag vergeben will. Hm… passiert ist das morgens noch nie. Also schließe ich das Mailprogramm besser, um nicht abgelenkt zu werden. Noch besser: ich schließe Mail schon abends, nachdem ich das letzte mal Mails gelesen habe. Oder noch noch besser: Mail immer schließen, wenn die Mails bearbeitet sind. Am besten jetzt!

Ohne Mails kann es nun endlich mit der Arbeit los gehen. Doch was liegt an? Ein Artikel muss fertig gestellt werden. Eine Beispielanwendung, mit der ich etwas Neues ausprobiert habe, wartet ebenfalls. Und ein Vortrag muss vorbereitet werden. Na dann kann ich mir ja was aussuchen. Aber so richtig Lust habe ich auf nichts davon. Ach und da fällt mir ja auch ein, ich wollte doch mal nachschauen, ob VMware jetzt eine Version herausgebracht hat, die mit Lion kompatibel ist. Browser auf und los.

Mist, 10 Minuten rumgesurft, keine neue Version gefunden. Und die Arbeit ist auch immer noch nicht weg. Also mal Word öffnen und den Artikel suchen. Ah da ist er ja. Bevor ich daran weiter schreibe, sollte ich ihn erst noch mal lesen. Sonst weiß ich ja gar nicht, was als nächstes dran ist. Cool, wieder 20 Minuten weg.

Hm, jetzt fällt mir zu dem Artikel aber doch gerade nichts ein. Dafür habe ich aber eine Idee für die Beispielanwendung. Also mal zu Visual Studio rüber wechseln. Oje, schnell muss ich feststellen, dass die Idee doch mit mehr Aufwand verbunden ist, als ich gedacht hatte. Na egal, 15 Minuten hat’s gedauert. Dann ist es jetzt wohl mal an der Zeit, vom Schreibtisch aufzustehen. Zu langes sitzen ohne Unterbrechung soll ja nicht gut sein. Kaffee wäre jetzt toll.

Also gehe ich mal nach unten und koche Kaffee. Ah da liegt ja auch die Zeitung. Toll, mal schauen was in der Welt so los ist. Und wieder 20 Minuten weg. Wow, da kann ich ja schon bald ans Mittagessen denken ;-)

Abends geht mir durch den Kopf: hoffentlich kommt nächsten Monat mal wieder Geld rein. Wird langsam eng.

Gegenmaßnahmen

Was mir hilft, trotzdem täglich was weg zu schaffen:

  • Fokus
    Nicht drei Aufgaben gleichzeitig am Start haben. Eine Sache am Tag voranbringen genügt. Besser den Artikel richtig vorwärts bringen und der Vortrag bleibt noch bis zum nächsten Tag liegen. Oder ein Thema am Vormittag, ein anderes am Nachmittag.

  • Ablenkungen vermeiden
    Mail schließen. Immer. Nur kurz zum Lesen und Bearbeiten öffnen. Und dann die Mails auch wirklich wegschaffen. Konsequent Inbox-Zero beim Beenden von Mail.
    Die vielen Blitzideen ignorieren. Was wirklich wichtig ist, kommt schon wieder. Ob mein Rechner nun mit Lion läuft oder nicht, ist eigentlich völlig egal. Irgendwann sollte mal ein Update her. Das kann dann als (einzige!) Aufgabe mal auf’n Zettel.

  • Produktivzeiten nutzen
    Morgens bin ich am fittesten. Diese Zeit nutze ich, um wirklich zu arbeiten. Überweisungen tätigen, die Umsatzsteuervoranmeldung machen, Mails bearbeiten, all das kann ich auch zu anderen Zeiten, sozusagen "im Halbschlaf" noch tun.

  • Nur Dinge tun, die mir wirklich am Herzen liegen
    Was mir wirklich wichtig ist, fällt mir leicht. Alles was ich mit Begeisterung tun kann, geht leicht von der Hand. Da fliegen die Stunden nur so dahin. Ja ja, auch meine Eltern haben mir eingebläut: erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Quatsch! Nur Vergnügen, sonst wird’s eh nix.
    Ein wunderbares Zitat dazu von Nigel Marsh aus seinem TEDx Vortrag:

    "[...] where they work long, hard hours at jobs they hate to enable them to buy things they don’t need to impress people they don’t like."

  • Vertrauen
    Die Angst, dass das Geld nicht reichen könnte, begleitet mich ständig. Eigentlich weiß ich gar nicht so richtig wieso, denn bislang hat es immer gereicht. Trotzdem treibt mich manchmal diese Angst um und ich denke, jetzt musst du aber mal was arbeiten. Tatsächlich gelingt dann meist nichts, sondern ich schlage nur Zeit tot. In Köln sagt man ja "Et hätt noch immer jot jejange!", was so viel heißt wie, es ist noch immer gut gegangen.

  • Schreiben
    Mir werden Dinge durch’s Aufschreiben meist klarer. Unter anderem deshalb schreibe ich ja Morning Pages. Aber auch dieser Blogpost dient mir selbst dazu, Dinge klarer zu sehen. Wenn ich es aufgeschrieben habe, ist es aus meinem Kopf raus. Es quält mich nicht mehr latent der Gedanke, wie ich meine Arbeit besser organisieren kann. Hier steht’s ja, ich kann es jederzeit wieder nachlesen. Ich versuche übrigens, jeden Tag mindestens 500 Wörter zu schreiben.

  • Reduzieren
    Ein voller Schreibtisch kann mich wunderbar ablenken. Also versuche ich, meinen Schreibtisch leer zu halten. Und auch sonst reduziere ich zur Zeit quasi alles. Sogar mein Gewicht. Viele Bücher, technisch ohnehin veraltet, habe ich schon entsorgt. Ich versuche, täglich ein paar Dinge los zu werden, die ich eh nicht brauche. Ein cooles Projekt: The 100 Things Challenge. Ich bin noch weit davon entfernt, aber allein die Idee beflügelt mich täglich, mein Zeugs zu reduzieren.
    Eine andere Idee dazu: Projekt 19. Ich stelle mir vor, mit all meinem Zeugs in eine 19qm Wohnung einzuziehen. Da passt nicht wirklich viel rein ;-)

  • Kein Fernsehen, keine Zeitung
    Zeitung lesen gehörte für mich immer zum Morgen dazu. Der erste Schnitt kam, als die Frankfurter Rundschau ihr Format verkleinert hat (einhergehend mit der Übernahme durch Neven DuMont). Damit war diese Zeitung für mich gestorben. Die Alternative war der Kölner Stadtanzeiger, da steht wenigstens Lokales aus Köln drin. Aber unter’m Strich steht da auch nur Zeugs drin, das ich nicht wissen will. Dass Politik und Verwaltung in Köln total versagen, muss ich nicht in der Zeitung lesen, das sehe ich an jeder Ecke.
    Noch weniger als die Zeitung vermisse ich den Fernseher. Wir haben immer noch einen, aber ich entziehe mich dem allabendlichen reinglotzen. Ab und zu mal einen Tatort oder ein Autorennen, das ist ok. Ansonsten nutze ich die Zeit jetzt lieber für’s Lesen.

  • Früh ins Bett gehen
    Ich habe nie wirklich Probleme mit dem Schlafen gehabt. Aber weil ich mich jetzt nicht mehr vom Fernseher verführen lasse, länger auf zu bleiben, bin ich meist um 22:00 im Bett. Dadurch habe ich kein Problem, morgens noch vor 6 aufzustehen und mich fit zu fühlen.

Ist doch eine schöne Liste an Gegenmaßnahmen geworden. Da kann ich doch jetzt beruhigt Kaffee kochen ;-)

Buchtipps:

P.S. Ihr könnt natürlich trotzdem gerne unsere Seminare buchen, damit ich mir keine Sorgen um’s Geld machen muss ;-)

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Windows Phone 7 App: Schärfentiefe

September 1st, 2011

Vor meinem Urlaub habe ich meine erste WP7 App in den Microsoft Marketplace eingestellt. Die App ist für Hobbyfotografen gedacht, die damit das Phänomen der Schärfentiefe verstehen lernen können. Man stellt Brennweite, Blende und Entfernung ein und erhält die Schärfentiefe. Alternativ kann man auch die gewünschte Schärfentiefe vorgeben und die einzustellende Blende wird errechnet.
Die App dient mir vor allem dazu, die Abläufe rund um den Marketplace zu verstehen. Zu lesen, welche Voraussetzungen eine App erfüllen muss, ist eine Sache. Eine App tatsächlich so weit zu bringen, dass sie im Marketplace steht, ist eine andere. So habe ich beispielsweise gelernt, dass die Namen der Assemblies keine Umlaute enthalten dürfen.

Sie finden die App unter
http://wp7de.com/depth-of-field-stefan-lieser/

Sie möchten mehr zu WP7 lernen?
http://www.prodevcollege.de/wp7-grundlagen.html

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Schreiben am Morgen

August 31st, 2011

Werden Sie auch ab und zu wach und haben eine tolle Idee? Sind Sie schon mal mit einem Problem im Kopf schlafen gegangen und morgens war die Lösung da? Dann werden Sie sich möglicherweise sofort mit einer Idee anfreunden, die ich im Urlaub kennengelernt habt: das Schreiben von Morning Pages.
Seit etwa zwei Wochen beginne ich jeden Tag mit dem Schreiben von drei Seiten, den so genannten Morning Pages. Sofort nach dem Aufwachen schreibe ich los. Die Idee dabei: durch das drauf los Schreiben werden die guten Ideen der Nacht zu Papier gebracht. Dadurch werden sie festgehalten und können sich weiter entwickeln. Wichtiges taucht immer wieder auf und wird von allen möglichen Seiten beleuchtet. Unwichtiges verschwindet wieder.
Ganz normal ist ab und zu auch mal nur Leere. Dann schreibe ich eben, dass mir gerade nichts einfällt. Und gerade in solchen Situationen sprudeln dann plötzlich doch ein paar Gedanken los. Wichtig ist die Regelmäßigkeit: man sollte sich nicht davor drücken, nur weil man meint, es falle einem ausnahmsweise mal nichts ein.
Bei mir führt diese morgendliche Praxis dazu, mir den Kopf frei zu schreiben. Alle möglichen Gedanken, die so herum schwirren, sind plötzlich zu Papier gebracht und damit raus aus meinem Kopf.

Ein paar Hintergrundinformationen:
http://theartistsway.com/tools/the-basic-tools
http://paperartstudio.tripod.com/artistsway/id3.html

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