Jahresrückblick eines Clean Code Developers
Ziemlich genau vor einem Jahr ist die Clean Code Developer Initiative online gegangen. Ralf Westphal und ich hatten ursprünglich den 1.1.2009 angepeilt, sind dann aber schon ein paar Tage früher fertig geworden. Was sich dann so alles ereignet hat, hat uns wirklich überrascht. Angenehm glücklicherweise
Zunächst wurde nämlich schon das erste Clean Code Developer Camp in Hamburg gebucht, bevor wir mit den CCD Inhalten im Wiki komplett fertig waren. Das Camp lief über insgesamt 10 Tage, aufgeteilt auf 2 Wochen, die von einer kurzen Pause unterbrochen waren. Ein voller Erfolg! Dennoch beschlich uns das Gefühl, dass es zur “Druckbetankung” möglicherweise eine Ergänzung geben sollte. So haben wir die Idee der School of .NET diskutiert, durchaus auch öffentlich (siehe z.B. hier und hier und hier).
Bei der School of .NET geht es uns vor allem darum, zwischen den einzelnen Einheiten immer wieder Pausen einzulegen, in denen die Teilnehmer sich in ihrem Alltag mit dem gelernten auseinandersetzen können. Dies bietet dann auch gleich noch die Möglichkeit, zur Vertiefung des Stoffes Hausaufgaben lösen zu lassen. So wurde das Camp mit seinen 2 x 5 Tagen ergänzt durch die School mit 7 x 2 Tagen (die ersten Kurse waren etwas unregelmäßiger, da waren auch mal Einzeltage dabei). Im kommenden Jahr bieten wir sowohl das Camp als auch die School wieder an. In München sind noch ein paar Plätze frei, Details siehe hier.
Eine Konstante hat sich in beiden Formen bewährt: das Team-Teaching. Beim Camp sind Ralf Westphal und ich beide über die komplette Seminardauer anwesend, bei der School of .NET haben wir auch ab und zu Tage mit nur einem Trainer eingeschoben. Von Teilnehmern haben wir immer wieder das Feedback gehört, dass das Team-Teaching sehr zum Erfolg beiträgt. So wirkt die Tatsache, dass Ralf und ich inhaltlich auch schon mal unterschiedliche Standpunkte vertreten authentisch und bereichert das Seminar um nützliche Diskussionen. Schließlich ist im Bereich der Softwareentwicklung nach wie vor vieles im Fluss und auch wir als Trainer entwickeln uns weiter. Ferner haben die Teilnehmer es als hilfreich empfunden, Inhalte ab und zu in unterschiedlichen Nuancen erklärt zu kriegen. Manchmal hilft schon eine etwas andere Formulierung. Die Teilnehmer solcher Seminare haben ja schließlich einen unterschiedlichen Background, nicht jeder lernt genau so wie sein Kollege, mancher mag es lieber etwas abstrakter, der andere sehr konkret.
Im Jahr 2009 habe ich auch wieder einige Gelegenheiten für Vorträge gehabt. Dabei waren sowohl .NET Usergroups als auch Konferenzen wie die prio oder die XPdays. Eine Übersicht dazu gibt’s hier.
Neben Team-Teaching hatten Ralf und ich auch die Gelegenheit zur Team-Beratung. Wir haben mehrfach den ersten Beratungstermin bei einem neuen Kunden zu zweit bestritten. Vier Augen sehen bekanntlich mehr als zwei, gerade bei der Bestandsaufnahme und der Frage, welche Schritte zur Verbesserung wir empfehlen, erwies sich dies als vorteilhaft.
Bei Heise Developer haben wir die Gelegenheit erhalten, eine kleine Serie zu Brownfield Projekten zu schreiben. Der erste Teil und der zweite Teil sind bereits erschienen, fünf weitere werden noch folgen.
Rückblickend betrachtet war das Jahr 2009 wirklich sehr spannend. Die Resonanz auf die Clean Code Developer Initiative ist durchweg sehr positiv. So hat z.B. die Xing Gruppe inzwischen mehr als 1000 Mitglieder. Und wir haben noch einige Ideen…
Ausblick auf 2010
Im nächsten Jahr stehen natürlich auch schon einige Termine fest. Da ist zum einen die OOP zu nennen, bei der Ralf und ich die Clean Code Developer Initiative vorstellen werden. Im Rahmen der VSone halte ich neben einem Vortrag zu Domain Driven Design einen Tagesworkshop zur Testgetriebenen Entwicklung (test-driven development, TDD).
Unter dem Titel priodotnetpro.powerday bieten Ralf und ich CCD Inhalte an insgesamt 3 Tagen. Der erste Tag, der powerday, ist ein eher klassischer Konferenztag, bei dem den Teilnehmern zahlreiche Vorträge geboten werden. Etwas anders als üblich ist die Tatsache, dass die Teilnehmer vorher eine Publikumsaufgabe lösen können. Damit nehmen sie zum einen an einer Verlosung wertvoller Preise teil. Zum anderen wird genau diese Problemstellung über den Tag hinweg unter verschiedenen Aspekten beleuchtet. Hat man die Aufgabe selber gelöst, erhält man so Rückmeldung zur eigenen Vorgehensweise.
Am zweiten Tag, dem powerworkshop, bieten wir die Möglichkeit, einen Tag lang an den CCD Bausteinen zu schnuppern. In kleinen Gruppen werden an dem Tag einige Prinzipien und Praktiken vermittelt und anhand von Beispielen und Übungen gelernt.
Der dann folgende dritte Tag bietet powercoaching: mehrere Teams kommen mit ihren ProblemenHerausforderungen zu uns und präsentieren ihre Fragen anhand eines konkreten Projektes. Wohlgemerkt geht es dabei um ein echtes Projekt, nicht um Beispiele oder Übungen. Jedes Team erhält Zeit sein Problem darzulegen, wir geben anschließend Hinweise zu Lösungen. Der Clou daran: die Teams präsentieren sich mit ihren Fragen vor den anderen Teams. Das bedeutet, jedes teilnehmende Team erhält nicht nur Input zu seinen eigenen Fragen, sondern kann auch an den Fragen und Antworten der anderen Teams teilhaben.
Die drei Tage können einzeln gebucht werden, so kann sich jeder das heraussuchen was für ihn am besten passt.
Ich bin jedenfalls schon sehr gespannt, was das Jahr 2010 bringen wird. Allen Lesern wünsche ich frohe Feiertage und einen guten Start in das neue Jahr.